Die größten Fitness-Mythen und was dran ist

Heutzutage ist man besser informiert denn je – Radio, Fernsehen, Zeitungen, das Internet, man kann sich jede beliebige Information innerhalb kürzester Zeit beschaffen. Aber genau diese Informationsflut sorgt auch dafür, das sich falsche Informationen schneller verbreiten als früher und nicht so leicht wieder aus den Köpfen der Leute zu bekommen sind. So ist das leider auch mit vielen Themen zu Fitness- und Ernährung.

Immer wieder höre ich Sachen wie „Ich will nicht mit Hanteln trainieren, ich mag nicht zu muskulös werden“ oder „Ich esse immer Light-Produkte um nicht dick zu werden.“. Durch den Blog hier versuche ich ja teilweise schon aufzuklären, im Freundeskreis sowieso, und auch ich lerne immer wieder Neues dazu. (Wenn ich an den Beginn meiner „gesunden“ Karriere denke muss ich teilweise lachen was ich alles als „richtig“ gesehen habe, von dem ich jetzt weiß das es ganz falsch war)

Ich dachte mir ich beleuchte heute einmal drei der gängigen Fitness- und Ernährungsmythen für euch:

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Wenn ich möglichst wenig esse werde ich schon abnehmen.

Es werden unzählige Arten beworben um Gewicht zu reduzieren, meist handelt es sich dabei um Radikaldiäten. Das heißt, man reduziert für einen gewissen Zeitraum die Kalorienanzahl radikal, wodurch dann tatsächlich in der Anfangsphase Gewicht verloren wird. („5 Kilo in 3 Tagen mit der xxx-Diät“). Allerdings geht in den ersten Tagen vor allem Wasser verloren. Dies liegt daran, das der Körper zuerst seine Kohlenhydrat-Reserven abbaut, die als Glykogen (einer einfachen Art des Zuckers) vor allem in der Leber (aber auch in Muskeln) gespeichert werden. An jedes Gramm Glykogen sind allerdings mehrere Gramm Wasser gebunden, die dann einfach auch ausgeschieden werden – dadurch entsteht der Gewichtsverlust.

Sind diese Speicher einmal verbraucht, greift der Körper dann zum nächsten verfügbaren Baustoff: dem Muskeleiweiß. Er baut also Muskeln ab! Der Körper sorgt dadurch dafür, das der Blutzuckerspiegel konstant gehalten werden kann (weil er ja durch die Nahrung zu wenig Zucker erhält). Durch den Muskelabbau sinkt allerdings auch der sogenannte Grundumsatz, da Muskelgewebe immer mehr Energie verbraucht als Fettgewebe, auch im Ruhezustand. Der Körper braucht also weniger Energie und hat sich somit an die geringere Kalorienzufuhr angepasst.

Wenn nun die Diät beendet ist, man seine Kalorienzufuhr also wieder erhöht, nimmt man automatisch zu – der sogenannte Jo-Jo-Effekt! (Und wenn man die Kalorienzufuhr weiter verringert, wird der Grundumsatz noch niedriger und irgendwann geht es dann nicht weiter nach unten mit der Zufuhr – oder noch schlimmer: man entwickelt eine Ess-Störung)

Die Lösung

Eine ausgewogene Ernährung, die auch einmal „Sünden“ in Maßen erlaubt, und dazu eine gesunde Dosis Sport. „Clean Eating“ und Bewegung also. Es kommt nämlich nicht nur darauf an wie viel man isst, sondern vor allem auch was man isst. (Ihr kennt sicher das Völlegefühl nach einem Teller Linseneintopf? Habt ihr schon mal geschaut wie viel Kalorien solche Hülsenfrüchte haben? Sehr wenige nämlich, wenn man bedenkt wie satt sie machen und wie viele gute Nährstoffe sie enthalten.)

Fazit

Weniger ist also nicht immer mehr! Besser mehr vom „guten Zeug“, also viel Obst und Gemüse, dann hat man gar keinen Platz im Bauch für Fast Food und Co – und nimmt automatisch auch ab! (Sofern man überhaupt zu viel wiegt)

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Hanteln machen Frauen männlich

Wenn man an Frauen und Hanteln denkt, denkt man automatisch an die gut trainierten, braun gebrannten Bodybuilderinnen. Nein, so wollen die meisten Frauen nicht ausschauen! Ein bisschen definiert, einige schöne Muskeln wo sie hin gehören, aber so richtig muskulös wollen die wenigsten sein. Daher meiden viele Frauen schwere Gewichte und bleiben bei den kleinen, bunten Hanteln.

Dabei braucht man keine Angst haben – bei Frauen ist das Verhältnis der Muskelarten zueinander und zum anderen Körpergewebe von Natur aus deutlich anders als bei Männern und sie nehmen dadurch weniger leicht an Muskelmasse zu. Frauen haben auch weniger Testosteron, welches wesentlich am Muskelaufbau beteiligt ist. Und: Um Muskelmasse aufzubauen muss man immer mehr Essen als man verbraucht, was ohnehin die wenigsten Frauen machen. Was noch dazu kommt: die Bodybuilderinnen, die man im Kopf hat, haben bei den Wettbewerben einen extrem niedrigen Körperfettanteil! Sobald dieser etwas höher ist, sind die Muskeln gar nicht mehr so stark zu sehen, und diese Frauen sehen gleich wieder weiblicher aus.

Fazit

Keine Angst vor schweren Gewichten! Krafttraining hat so viele Vorteile für den Körper: es beugt Osteoporose vor, mehr Muskelmasse = höherer Grundumsatz (siehe Mythus Nr. 1), und der Körper wirkt straffer und besser geformt, wenn ein paar Muskeln da sind.

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Leichter und gesünder durch Light Produkte

Das selbe Essen und trotzdem abnehmen – der Traum vieler! Einfach das „Joghurt light“ anstelle des Vollfetten, oder den „light“ Brotaufstrich und schon purzeln die Kilos. Der Begriff „light“ (oder „leicht“) ist jedoch im Lebensmittelgesetz nicht näher definiert (und das was definiert ist, gilt nur für einheimische Produkte, nicht für Importware – mehr Info für Österreich hier), und kann vieles bedeuten: „kalorienarm“, „fettreduziert“, „weniger Zucker“, aber auch einfach „nährstoffreduziert“, „kohlensäurearm“ oder „leicht bekömmlich“.

Oft wird in Light Produkten Zucker oder Fett reduziert, was dann auch so beworben wird („30% weniger Fett“, „50% weniger Zucker“) – allerdings werden andere Stoffe als Geschmacksträger oder chemische Zustatzstoffe benutzt, die manchmal gar nicht weniger Kalorien haben (und deren gesundheitliche Wirkung umstritten ist). Statt Fett werden zum Beispiel mehr Kohlenhydrate benutzt, statt Zucker Süßstoffe, oder es werden einfach Wasser und Luft zugesetzt, um für mehr Volumen zu sorgen.

Man isst also vielleicht bei einer Mahlzeit weniger Kalorien durch die Light Produkte, hat aber unter Umständen schon früher wieder Hunger (Wasser und Luft sättigen nun mal weniger gut als Fett :-) ), isst öfter und damit am Ende genauso viele (wenn nicht sogar mehr) Kalorien, als wenn man gleich das „richtige“ Produkt gegessen hätte. Außerdem verleiten Light Produkte oft zum Verzehr von größeren Portionen („Ist ja gesünder, da kann ich ruhig noch eine zweite Portion essen“). Und dann für Wasser und Luft auch noch mehr zu bezahlen, das zahlt sich also wirklich nicht aus. 

Die Lösung

Auch hier sind wir wieder bei einer ausgewogenen Ernährung! Obst, Gemüse und Vollkornprodukte haben von Natur aus eine hohe Nährstoffdichte, halten lange satt und sind gesund. Außerdem haben ganz natürliche Produkte oft schon einen geringeren Fett- oder Zuckeranteil als die Light Produkte (so haben zum Beispiel die meisten Schinken-Sorten unter 10% Fett – Light Würste dürfen laut dem Österreichischen Lebensmittelbuch je nach Sorte maximal 15% Fett enthalten.)

Habt ihrs gewußt? Welche Mythen kennt ihr noch? Habt noch einen schönen Tag!

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Über diese Fitnessmythen muss ich auch immer schmunzeln. Mich wundert es ja, dass sie noch immer bestehen und noch nicht „ausgestorben“ sind. Wahrscheinlich, weil TV-Sendungen und Frauenmagazine hier immer wieder für Unsicherheiten sorgen. Also Nulldiäten bringen mal ganz und gar nichts, außer den allseits bekannten Jojo-Effekt oder gar eine Essstörung. Besonders ehrgeizige Frauen laufen sogar in die Gefahr der Mangelversorgung, da sie ihrem Körper wichtige Nährstoffe vorenthalten. Und schwerere Gewichte führen auch garantiert nicht zu Oberarmen wie ein Bodybuilder. Da hat Frau erstens die falsche hormonelle Ausstattung dafür und zweitens ist ein kurzes, knackiges Training mit schweren Gewichten sogar besser als ein langes Training mit leichten Gewichten. So wird die Muskulatur nämlich wirklich straff und nicht voluminöser – also ganz wie Frau sich das wünscht. :)

  2. Pingback: Sport und Fitnessblogs am Sonntag, 14.09.14

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