Oft sind es die kleinen Dinge, die unerwartet groß werden!
Vor einem Jahr habe ich ein kleines Töpfchen Mangold bekommen. Ein paar Blätter, eine überschaubare Pflanze – ich dachte: Passt, die esse ich schon auf. (Die Reaktion der Kinder: „Iiiih, Spinat“)
Im Winter habe ich dann eher zufällig festgestellt, dass der Mangold trotz meiner spärlichen Fürsorge noch lebt. Das hat ihm meinen Respekt eingebracht und so habe ich ihm einen Platz in einem kleinen Beet gegeben und ihn dort einfach einmal wachsen lassen.
Und ein Jahr später? Tja – aus dem kleinen Töpfchen ist ein richtig üppiges, buntes Mangoldbeet geworden. Mit kräftig grünen Blättern und leuchtend bunten Stielen, die fast ein bisschen zu schade sind, um sie nur als Gemüsebeilage zu verwenden.

Also wandert der Mangold bei mir mittlerweile in alle möglichen Gerichte – und besonders gerne in diese Quiche.
Mangold-Quiche mit Feta
Haben wir in den letzten Wochen schon mehrmals gemacht: diese Mangold-Quiche mit Feta. Und wenn ein Rezept so regelmäßig auf dem Tisch landet, ist das meistens ein ziemlich gutes Zeichen. Vor allem dann, wenn nicht nur ich davon begeistert bin. Bei uns sind es nämlich 3 von 4, die die Quiche wirklich lieben. Und das ist für ein Familienrezept schon eine ziemlich gute Quote. 😉
Was ich an der Quiche besonders mag, ist die Kombination aus dem leicht erdigen Mangold, würzigem Feta und dem unkomplizierten Topfenteig. Der Teig besteht nur aus Butter, Topfen, Mehl und etwas Salz und ist wirklich schnell gemacht. Ich verarbeite ihn am liebsten einfach mit den Händen. Ein paar Minuten kneten, bis alles zu einem glatten Teig geworden ist – mehr Aufwand ist es eigentlich nicht.
Anschließend kommt der Teig in eine runde Quicheform. Ich verwende dafür eine Form mit 26 cm Durchmesser. Den Teig möglichst gleichmäßig verteilen und dann darf er erst einmal für etwa 15 Minuten in den Ofen. Das Vorbacken lohnt sich meiner Meinung nach, denn dadurch bleibt der Boden später schön stabil und wird angenehm knusprig.
Während der Teig im Ofen ist, bleibt genug Zeit für die Füllung.
Dafür wird eine Zwiebel klein geschnitten und in etwas Butter angebraten. Danach kommt der Mangold dazu. Hier bin ich bei der Menge ganz bewusst nicht besonders genau – das ist bei Mangold auch gar nicht so einfach. Je nach Größe der Blätter verwende ich ungefähr fünf größere Blätter aus dem Garten (oder einfach einen Bund). Der Mangold fällt beim Dünsten ordentlich zusammen, sodass es am Anfang nach einer riesigen Menge aussieht und kurz darauf plötzlich viel weniger ist.
Falls die Blätter in der Pfanne etwas zu trocken werden, gebe ich einfach ein paar Schluck Wasser dazu. Dann kann der Mangold schön zusammenfallen, ohne dass etwas anbrennt.
Währenddessen wird die restliche Füllung angerührt. Dafür vermische ich Crème fraîche mit Eiern und würze das Ganze mit Salz, Pfeffer, Basilikum und Oregano. Knoblauch darf bei mir natürlich auch nicht fehlen und kommt gemeinsam mit dem Mangold und der Zwiebel zum Einsatz.
Sobald der Teig vorgebacken ist, wird die gedünstete Mangold-Zwiebel-Mischung darauf verteilt. Darüber kommt die Eier-Crème-fraîche-Mischung und zum Schluss wird ordentlich Feta darübergebröselt. Dann geht die Quiche noch einmal für ungefähr 20 bis 30 Minuten in den Ofen.
Die genaue Backzeit hängt ein bisschen vom jeweiligen Backofen ab. Ich orientiere mich deshalb weniger an der Uhr als an der Quiche selbst: Sie sollte oben leicht gebräunt sein und die Füllung sollte fest geworden sein.
Und dann heißt es eigentlich nur noch: kurz abkühlen lassen und anschneiden.
Ich mag die Quiche am liebsten, wenn sie noch leicht warm ist. Sie funktioniert aber genauso gut kalt und ist damit auch ein richtig praktisches Rezept für die Vorbereitung. Man kann sie problemlos schon am Vortag backen und am nächsten Tag mitnehmen. Fürs Büro, zum Picknick, als Mittagessen unterwegs oder einfach für Tage, an denen man froh ist, wenn im Kühlschrank schon etwas Fertiges wartet.
Auch beim Servieren muss es für mich gar nicht kompliziert sein. Ein kleiner grüner Salat dazu und fertig ist ein unkompliziertes Mittag- oder Abendessen. Und wenn ein Stück übrig bleibt, ist das überhaupt kein Problem – am nächsten Tag schmeckt die Quiche immer noch richtig gut.

Und was ist eigentlich so gut am Mangold?
Neben der Tatsache, dass er im eigenen Garten einfach unglaublich dankbar wächst, bringt Mangold auch einiges an Nährstoffen mit. Er liefert unter anderem Ballaststoffe sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Gerade wenn man ihn selbst anbaut, finde ich es schön, ein Gemüse zu haben, das nicht nur dekorativ im Beet aussieht, sondern auch regelmäßig in der Küche landet.
Auch Feta und Topfen bringen Eiweiß mit, während die Eier zusätzlich für eine sättigende Füllung sorgen. Zusammen mit dem Mangold wird daraus eine richtig schöne, herzhafte Mahlzeit.
Sie ist unkompliziert, lässt sich gut vorbereiten, eignet sich wunderbar zum Verwerten von frischem Mangold und schmeckt auch am nächsten Tag noch. Außerdem braucht man für den Topfenteig keine komplizierten Zutaten und er ist in wenigen Minuten vorbereitet.
Und das Beste: Wer selbst Mangold im Garten hat, kann bei der Menge ganz entspannt sein. Ein bisschen mehr oder weniger macht hier überhaupt keinen Unterschied. Gerade bei selbst angebautem Gemüse muss es schließlich nicht immer auf das Gramm genau sein.
Wenn du also gerade ebenfalls vor einem üppigen Mangoldbeet stehst und dich fragst, was du mit all den schönen Blättern anfangen sollst: Probier diese Quiche unbedingt aus.
Und wenn du sie ausprobierst, sag mir unbedingt Bescheid, wie sie dir geschmeckt hat!
Guten Appetit!

Mangold Quiche mit Feta
Zutaten
Methode
- Den Ofen auf 175°C vorheizen.
- Zuerst den Teig zubereiten: Alle Zutaten (kalte Butter, Topfen, Salz und Mehl) mischen und zu einem glatten Teig verarbeiten. (Ich mache das am liebsten per Hand, dauert nur ein paar Minuten)
- Eine runde Quicheform (26cm) einfetten, den Teig gleichmäßig darin verteilen und im vorgeheizten Backofen für 15 Minuten vorbacken. In der Zwischenzeit die Füllung wie folgt zubereiten:
- Den Mangold in feine Streifen schneiden.
- Zwiebel schneiden und in der zerlassenen Butter anbraten.
- Den Mangold dazu geben und dünsten, bis er zusammen fällt (es kann sein, dass du ein paar Schluck Wasser dazu geben musst, damit nichts anbrennt)
- In der Zwischenzeit Creme Fraiche, Eier und Kräuter verrühren.
- Die Mangold-Zwiebel-Mischung über dem vorgebackenen Teig verteilen und die Eiermischung darüber gießen.
- Am Ende den Feta gleichmäßig darüber streuen und die Quiche für 20-30 Minuten im Backofen fertig backen. (Die Backzeit variiert je nach Ofen, sie sollte jedenfalls leicht gebräunt und fest sein)


