Die zweite Woche meines glutenfreien Selbstexperiments fühlte sich ganz anders an als die erste.
Weniger emotional, weniger anstrengend – und deutlich normaler. (Hätte ich mir wohl schon vorher denken können, stimmts?)
Wenn Woche 1 vor allem eine Umstellung war, dann war Woche 2 der Beginn von Routine. Nicht perfekt, nicht spektakulär, aber stabil.

Tag 8 – Montag: Wieder im Alltag
Der Montag war relativ einfach. In der Früh ging es mir allerdings nicht besonders gut – ich vermute, dass es am schwarzen Tee lag, den mein Magen offenbar an diesem Tag nicht so mochte.
Essenstechnisch war ich gut versorgt:
- Reste vom Paprikahendl vom Sonntag
- eine Reis-Bowl mit Salat
Zum ersten Mal habe ich mir außerdem einen glutenfreien Muffin gekauft (von Alnavit).
Er war okay, aber hatte diesen leicht komischen Nachgeschmack, den ich oft bei stark verarbeiteten Produkten wahrnehme – vor allem, wenn sie nicht selbst gebacken sind. Essbar, aber kein Highlight.
Tag 9 – Dienstag: Bauchgefühl und Alternativen
Morgens gab es eine Gemüse-Feta-Suppe.
Mein Magen war sich nicht ganz sicher, ob er sie mag – kein Drama, eher ein leises „Ich beobachte das mal“. (Jetzt, wo ich die Notizen zusammenfasse fällt mir auf, dass mein Magen ja schon am Montag nicht so glücklich war… fehlt ihm etwa Gluten?)
Mittags dann ein kleines Aha-Erlebnis:
Glutenfreie Pizza bei Vapiano. Weniger fluffig als eine klassische Pizza aber geschmacklich wirklich gut und vor allem: eine echte Alternative, wenn man unterwegs ist oder zum Essen verabredet so wie ich. Toll!

Tag 10 – Mittwoch: Bürotag
Bürotag, wenig Schnickschnack.
Ich habe mir bei Dean & David meine übliche Bowl mit Quinoa, Gemüse und Lachs geholt – unkompliziert, gut verträglich, kein großes Nachdenken nötig.
Genau solche Tage zeigen mir, dass glutenfrei auch alltagstauglich sein kann, und ich davor auch schon manchmal glutenfreie Gerichte gegessen habe.
Tag 11 – Donnerstag: Gutes darf wiederholt werden
Donnerstag gab es wieder die Thunfisch-Linsen-Laibchen mit Salat und Gemüse von letzter Woche. Die sind bei allen hier so gut angekommen, dass ich das Rezept unbedingt aufschreiben wollte (folgt bald!). Sie waren auch diesmal wieder schnell weg.
Sättigend, ausgewogen und angenehm – genau diese Art von Essen gibt mir aktuell das Gefühl, gut versorgt zu sein, ohne schwer im Magen zu liegen.
(Oh, und ich war bei der Klasse meiner Tochter zum Frühstück – zuerst dachte ich hui, was werde ich da essen, aber meine Sorge war unbegründet: Avocado, Gemüse, Obst – das geht einfach immer!)

Tag 12 – Freitag: Endlich ausprobiert
Am Freitag habe ich endlich ein Rezept ausprobiert, das schon länger auf meiner Liste stand:
Reisnudeln mit Erdnusssauce. (Vielleicht erinnerst du dich, letzte Woche hatte ich es kochen wollen, dann aber aus Zeitnot wirklich nur minimal die Nudeln gekocht, ein paar Tiefkühlerbsen und ein bisschen Erdnussmus drüber gegeben. Diesmal dann doch ein vollwertigeres Gericht und hat mir sehr gut geschmeckt)
Schnell gemacht, richtig gut und definitiv ein Gericht, das bleiben darf – ganz unabhängig davon, ob ich glutenfrei esse oder nicht.
Tag 13 – Samstag: Backexperimente
Der Samstag stand im Zeichen des Backens.
Ich habe ein Erdäpfelbrot gebacken → geschmacklich okay, aber etwas trocken und deutlich kompakter als das Keto-Brot aus Woche 1. Werde ich mit Sicherheit nicht nochmal backen.
Weitaus besser waren die Schoko-Cookies! Etwas bröseliger und trockener als mit normalem Mehl, aber geschmacklich wirklich gut!! Die gerne wieder.
Mein Gefühl an diesem Tag:
👉 Mir geht nichts ab.
Es läuft gut, die Verdauung läuft rund, und das Thema Essen fühlt sich nicht mehr mühsam an.
Tag 14 – Sonntag: Es wird normal
Am Sonntag war ich spazieren – mit den Hunden und einer Freundin und sie hatte Frühstück mit: Briochekipferl. Ich musste ablehnen und hab gemerkt: gar nicht schlimm.
Auch am Nachmittag bei einem Beratungstermin: sie hatte extra etwas gebacken, so so lieb. Leider musste ich wieder ablehnen und bin mir sehr unhöflich dabei vorgekommen. Aber: ich war nicht traurig, es war kein innerer Kampf, ich hatte keinen Gusto. Spannend!

Neu entdeckt & bewährt in Woche 2
- Kefir: neu für mich, sehr gut geschmeckt, gerne mehr davon
- Keto-Brot aus Woche 1:
extrem lange haltbar, weich geblieben – bisher mein klarer Favorit
Mein Fazit nach Woche 2
Wenn Woche 1 die Umstellung war, dann war Woche 2 der Moment, in dem der Kopf ruhiger wurde, Routinen gegriffen haben, und Gluten im Alltag an Bedeutung verloren hat.
Ich vermisse aktuell nichts.
Ich habe kein dauerhaftes Gusto-Gefühl.
Und mein Bauchgefühl ist insgesamt deutlich stabiler.
Was das langfristig für meine Gelenke bedeutet, wird sich erst zeigen – aber nach zwei Wochen fühlt sich dieses Experiment nicht mehr wie ein Experiment an, sondern wie ein neuer, gut funktionierender Alltag.


