Glutenfrei essen.
Für manche eine medizinische Notwendigkeit, für andere ein Trend, für wieder andere einfach ein neugieriges Experiment. Für mich war es Letzteres: ein bewusstes Ausprobieren. Ich wollte wissen, wie es mir damit geht – körperlich, aber auch emotional. Denn Essen ist ja nie nur Nahrungsaufnahme. Es ist Gewohnheit, Genuss, Ritual.
(Mehr dazu hier)
Und ganz ehrlich?
Als ich beschlossen habe, glutenfrei zu essen, hatte ich genau eine große Sorge: Wie soll das ohne Brot gehen?
Wir sind es so gewohnt. Das schnelle Butterbrot am Morgen. Das frische Weckerl vom Bäcker. Das Toastbrot für die Kinderjause. Der Burger unterwegs. Brot ist unkompliziert, sättigend, immer verfügbar – und vor allem: selbstverständlich.
Es ist also kein Wunder: Wenn Menschen auf Gluten verzichten, ist es fast immer Brot, das am meisten vermisst wird. Pasta kann man ersetzen. Kuchen isst man nicht täglich. Aber Brot? Das ist Alltag.
Mittlerweile gibt es so viele Alternativen, mit denen man Brot gut ersetzen kann. Viele glutenfreie Produkte – manche immer schon, wie Reiswaffeln, andere als Ersatzprodukte aus alternativen Mehlsorten.
Also habe ich getestet. Gebacken. Gekauft. Verglichen. Und für euch mitgeschrieben. Hier kommt nun mein ganz persönlicher, ehrlicher Vergleich einiger glutenfreier Produkte (und ich freu mich auf eure Erfahrungen und Ergänzungen in den Kommentaren!):
Glutenfreie Brote im Test

🍞 Meisterbäckers Vital mit Sauerteig & Calcium von Schär
Sieht aus wie Toastbrot und das musste ich einfach versuchen! Ich war skeptisch – Toast lebt ja von seiner weichen, elastischen Struktur. Aber getoastet ist dieses Brot wirklich erstaunlich nah am Original: knusprig außen, weich innen – genau so, wie man es erwartet.
Ich würde behaupten, im Blindtest würden viele keinen Unterschied merken.
Für schnelle Sandwiches, Schinken-Käse-Toast oder Avocado-Toast absolut empfehlenswert.
🌾 Billa Brotblume (weizenfrei, mit Reismehl)
Auch hier war ich positiv überrascht. Mitgenommen hab ich sie nur, weil ich sie zufällig entdeckt hatte und sie gut ausgesehen hat. Sie besteht aus mehreren Brötchen, die als Blume aneinander kleben. Man zupft sich also quasi ein Blütenblatt ab und isst es.
Fluffig, locker und gut vergleichbar mit einem klassischen Vollkornweckerl. Kein bröseliges Auseinanderfallen, kein unangenehmes Mundgefühl.
Hält sich auch relativ gut und trocknet nicht sofort aus, fand ich wirklich gut!!

🌾 Schär Backmischung Vollkornbrot mit Hefe und Sauerteig
Diese Backmischung hab ich mitgenommen, weil einfach nichts über frisches, warmes Brot geht oder? Ist auch wirklich schnell gemacht, einfach alles zusammen mischen und backen. Das Ergebnis war auch gut, mit einem weichen Inneren und einer festen Kruste.
Ich muss aber ehrlich sagen: überzeugt hat es mich nicht! Es war auch relativ schnell hart, vielleicht hat es mir auch das vermiest. Also leider, würde ich nicht noch einmal kaufen, zahlt sich für mich nicht aus.
🍞 Schär Landbrot mit Buchweizen
Foto folgt – aber ein solides Brot.
Gibt es in fast jedem Supermarkt hier und somit musste ich es einfach testen. Es ist etwas trockener als klassisches Mischbrot, hat aber eine gute, stabile Konsistenz und einen angenehmen Geschmack. Die Scheiben sind relativ groß und vorgeschnitten.
Kein Highlight, aber definitiv alltagstauglich.

🥖 Low-Carb-Kartoffelfaser-Leinsamen-Brot
(Rezept gibt es hier – ich hab nur minimal verändert)
Dieses Brot war eines meiner ersten Experimente, ich kannte es noch von einer Low-Carb-Phase meines Mannes und hatte es gut in Erinnerung – und damit sollte ich recht behalten, es ist eines meiner Favoriten.
Es besteht unter anderem aus Leinsamenmehl und Kartoffelfasern, wird einfach zusammengerührt und kommt direkt in den Ofen. Kein Germteig, kein langes Gehenlassen, kein kompliziertes Hantieren. Zugegeben: die Zutaten hat man nicht einfach schnell zur Hand, die muss man schon extra kaufen. Zahlt sich aber aus meiner Meinung nach!
Es ist zwar deutlich fester als klassisches Brot, weniger fluffig – aber angenehm kompakt und saftig. Es lässt sich gut schneiden und schmeckt herzhaft und leicht nussig.
Großer Pluspunkt:
Es bleibt mehrere Tage frisch, ohne auszutrocknen oder steinhart zu werden. Und das ist nicht nur bei glutenfreien Produkten wirklich Gold wert. Für mich definitiv ein Brot, das regelmäßig auf den Tisch kommt.

🥔 Kartoffelbrot (glutenfrei)
(Nach diesem Rezept)
Hier war meine Erwartungshaltung hoch. Kartoffelbrot klingt nach Saftigkeit, nach weicher Krume, nach Gemütlichkeit.
Die Realität? Leider enttäuschend. Es war irgendwie hart und gleichzeitig teigig, keine luftige Struktur und geschmacklich auch kein Highlight.
Falls ich es doch noch einmal machen würde, dann würde ich auf jeden Fall mehr würzen. Und vielleicht länger gehen lassen. Vielleicht liegt es ja nicht am Rezept, sondern an meiner Umsetzung, also eine Chance hat es auf jeden Fall verdient.

🍔 Glutenfreier Burger bei McDonald’s
Glutenfrei unterwegs essen – das ist oft die größte Herausforderung. Umso praktischer, wenn es Optionen gibt.
Der glutenfreie Burger bei McDonalds ist definitiv eine gute Alternative, wenn man schnell etwas braucht und nicht lange überlegen möchte. Zumindestens für jene, die Spuren von Gluten vertragen, denn die Burger werden ja im selben Umfeld verarbeitet, in dem auch die klassischen Burger gemacht werden.
Und der Geschmackstest: Die Buns sind trockener als die herkömmlichen Varianten, ich hab schon einen Unterschied gemerkt. Also ok, aber kein Highlight.
🌯 Schär Wraps
Wir lieben Wraps und haben die auch schon öfter selbst gemacht. Daher musste ich auch die glutenfreie Variante von Schär kosten!
Die erste Enttäuschung: In einer Packung sind genau zwei Stück – und ja, sie sind nicht gerade günstig.
Optisch und von der Dicke her erinnern sie eher an eine Mischung aus Pita und Wrap.
Wichtig: Unbedingt vorher erwärmen! Sonst brechen sie beim Rollen. (Habs extra für euch auch kalt ausprobiert.)
Geschmacklich ganz gut, aber nicht mit klassischen, dünnen Tortilla-Wraps vergleichbar. Wenn man die Erwartung anpasst, weil sie einfach ganz anders sind, funktionieren sie aber wunderbar.

Süßes – als Ergänzung
Ok, streng genommen kein Brot und daher vielleicht nicht so passend, aber ich habs ausprobiert und dachte, wenn es hier schon um Produkte geht, dann nehm ich sie noch mit rein. Es geht auch ganz schnell, denn vorab: keine gekaufte Alternative hat mich überzeugt!
❌ Zimtschnecken (zum Aufbacken)
Die Beschreibung klang fantastisch. Frisch aus dem Ofen, zimtig, saftig.
Die Realität: trocken, seltsame Textur, geschmacklich enttäuschend.
Manchmal hilft auch der beste Zuckerguss nichts.
❌ Schokomuffin
Ähnliches Problem:
Zu kompakt, nicht locker genug. Es fehlt diese luftige Leichtigkeit, die man von Muffins gewohnt ist, und vor allem gab es einen komischen Nachgeschmack. Leider nein.
✅ Bananenbrot (selbst gebacken)
Und dann das genaue Gegenteil.
Mein glutenfreies Bananenbrot ist mittlerweile ein fixer Bestandteil geworden. Ich habe es schon mehrmals gebacken – und es ist jedes Mal unglaublich gut. Saftig, aromatisch, weich – niemand würde vermuten, dass es glutenfrei ist.
Hier zeigt sich für mich ganz klar: Selbst backen zahlt sich aus. Vor allem bei süßen Sachen.
Das Rezept war ein bissl eine Mischung aus mehreren, das poste ich euch noch und verlinke dann hier. (Sorry fürs Spoilern!)
Mein Fazit zu Brot nach 6 Wochen glutenfrei
Ich habe definitiv gelernt, dass glutenfrei nicht automatisch Verzicht bedeutet. Es gibt allerdings wirklich große Qualitätsunterschiede und kaufen oder backen macht oft einen großen Unterschied.
Vermisse ich Brot?
Weniger als gedacht.
Vielleicht, weil ich bewusster esse. Vielleicht, weil ich Alternativen gefunden habe, die funktionieren. Vielleicht auch, weil man merkt, dass viele Gewohnheiten mehr Gewohnheit als ein echtes Bedürfnis des Körpers sind.
Ein echtes Fazit zu meinem Experiment folgt noch, und vielleicht das ein oder andere Rezept – aber jetzt interessiert mich: habt ihr schon einmal glutenfreie Produkte ausprobiert? Welche sind eure Favoriten? Ich freu mich auf die Sammlung in den Kommentaren!
Alles Liebe,



