1 Woche glutenfrei – zwischen Motivation, Gusto und ersten Veränderungen

Die erste Woche meines glutenfreien Selbstexperiments liegt hinter mir.
Sie war… unspektakulär und herausfordernd zugleich. Und genau das macht sie ehrlich.

Mein Alltag als berufstätige Zweifachmama mit Hund ist alles andere als ruhig und selten klappt alles wie geplant. Umso spannender war für mich die Frage: Wie gut lässt sich eine glutenfreie Ernährung realistisch in ein normales Familienleben integrieren?

Ich habe bewusst ohne große Erwartungen gestartet. Mir war klar: Wenn Gluten tatsächlich Einfluss auf meinen Darm oder meine Gelenke hat, dann wird das nicht von heute auf morgen spürbar sein. Trotzdem war ich neugierig – und motiviert.

Tag 1 glutenfrei – Montag: Alles easy

Der Start war überraschend unkompliziert.
Ich hatte gut geplant um glutenfrei zu Essen, genug im Haus und das Gefühl: Okay, das schaffe ich.
Kein Verzichtsdrama, kein Stress – einfach essen und beobachten.

Tag 2 – Dienstag: Bewusster essen

Am zweiten Tag begann ich automatisch mehr darauf zu achten, was ich mir eigentlich in den Mund stecke. Damit nicht versehentlich etwas mit Gluten darin landet – ich hab gemerkt, wie oft ich unachtsam esse (obwohl ich dachte, schon sehr darauf zu achten! Da sieht man wieder, was man sich selbst vorgaukeln kann…)
Noch war alles gut machbar, aber mein Bauch meldete sich: Blähungen.
Nichts Dramatisches, eher ein Zeichen, dass sich im Verdauungssystem etwas bewegt.

Tag 3 – Mittwoch: Verdauung spielt verrückt

Die Verdauung war an diesem Tag ziemlich durcheinander.
Nicht unangenehm, aber eindeutig anders als sonst.
Ich habe mir bewusst gesagt: Das darf sein.
Der Körper stellt sich um, sortiert neu – das braucht Zeit.

Tag 4 – Donnerstag: Es wird ruhiger

Am vierten Tag fühlte sich die Verdauung wieder besser an.
Was mich positiv überrascht hat: Ich hatte weiterhin das Gefühl, eine gute und vielfältige Auswahl beim Essen zu haben.

Ich habe begonnen, meine Essensauswahl wieder zu erweitern – und dabei gemerkt, wie sehr ich mich in den letzten Jahren auf Brot und Nudeln verlassen habe, einfach weil sie schnell und bequem sind.

Plötzlich kamen wieder Lebensmittel auf den Teller, die ich früher oft gegessen habe und dann irgendwie vergessen habe, wie zum Beispiel Quinoa.

Tag 5 – Freitag: Der mentale Knick

Und dann kam er – dieser typische Moment.
Plötzlich hatte ich das Gefühl, ich kann nichts essen, alles ist verboten. Rational natürlich Unsinn, emotional aber sehr real. Wie kann das sein, gestern war doch alles so ganz anders?

Ich habe für die Kinder beim Bäcker etwas geholt.
Der Geruch. Das Brot.
Und auf einmal war das Gusto auf Brot riesig.

Das war der erste echte Test – weniger für den Körper, mehr für den Kopf. Oje – jetzt esse ich wirklich glutenfrei!

Glutenfrei Essen - Woche 1
Stampf-Kartoffel mit Ei und rechts Reisnudeln mit Erbsen und Ei

Tag 6 – Samstag: Kreativ werden hilft

Ich hatte endlich Zeit und habe glutenfreies Brot gebacken – ein Keto-Rezept, das ich schon kannte.
Es ist richtig gut gelungen und hat mir extrem geholfen. Nicht nur körperlich, sondern auch mental.

An diesem Tag habe ich außerdem meinen persönlichen Gamechanger entdeckt: Reisflocken.

Lustigerweise hatte ich sie ursprünglich gekauft, als es unserem Hund einmal nicht gut ging – er wollte sie dann aber nicht. Die Packung stand also noch im Schrank.
Als der Gusto kam, habe ich daraus eine Art glutenfreien Milchreis gemacht.

Ergebnis:

  • warm
  • sättigend
  • tröstlich

Die Reisflocken waren diese Woche fast aufgebraucht – und der glutenfreie „Milchreis“ hat auch den Kindern geschmeckt. Win-win.

Der Tag war insgesamt wieder deutlich besser, auch vom allgemeinen Körpergefühl her.

Und dann: die nächste harte Probe.
Meine Tochter kam mit Torte von einer Geburtstagsfeier heim, mein Sohn mit Pizza.

Ich wäre nicht ehrlich, wenn ich sagen würde, dass mir das nichts ausgemacht hat.
Aber: Ich habe es gut gemeistert, ein paar Datteln mit dunkler Schoko gegessen und mir gesagt, dass ich das freiwillig und nur auf Zeit mache. Das hat gut geholfen!

Tag 7 – Sonntag: Wieder on track

Am Sonntag war ich wieder voll drin.
Ich hatte vorgekocht, genug gegessen, keinen Hungerstress.
Wir waren draußen, hatten Spaß im Schnee, und alles fühlte sich runder an.

Mein Fazit nach Woche 1

Diese erste Woche hat mir vor allem eines gezeigt:
👉 Es ist eine Umstellungsphase.

Man fühlt sich nicht sofort total anders und einfach nur noch gut.
Weder körperlich noch mental.

Auch der Kopf macht eine kleine Reise:

  • Anfangsmotivation
  • dann Ernüchterung
  • dann zeigt sich, ob neue Routinen schon greifen oder ob man noch nachbessern muss

Körperlich:

  • Meine Gelenkschmerzen sind aktuell etwas besser,
    aber da sie bei mir nicht immer da sind, sagt das nach einer Woche noch nicht viel. Das wird die Zeit zeigen.
  • Ich habe generell gut geschlafen und mich fit gefühlt.
  • Nachmittags gab es an manchen Tagen kleine Tiefs – vor allem an jenen Tagen, an denen das Gusto besonders stark war.

Ein kleiner Ausblick

Ich habe übrigens gemerkt, dass sich die 6 Wochen glutenfrei genau bis zum Faschingsdienstag ausgehen.
Vielleicht esse ich heuer ja doch einen Krapfen – ganz bewusst 😉

Bis dahin beobachte ich weiter, dokumentiere ehrlich und lasse meinem Körper Zeit.

Habt ihr Fragen?

Ich bin Ulli und als Fitness- und Ernährungstrainerin motiviere ich dich hier zu gesundem Essen und Sport! Wie das auch mit Kindern vereinbar ist? Lies rein, ich zeig es dir!
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